Diese Hinweise werden in Ergänzung zur VOB DIN 18353, DIN 18560, DIN 272
und EN 13813 allen Auftraggebern, Planern und Herstellern zur besonderen
Beachtung empfohlen.
1. Bei Herstellung und Bereitstellung der zu belegenden Flächen ist im Regelfall das BEB-Merkblatt "Untergründe für Industrieestriche" zu beachten. Magnesiaindustrieestriche können auch auf anderen Untergründen verlegt werden. Dazu sind im Einzelfall besondere Vereinbarungen zu treffen.

2. Vorleistungsprüfung und vor Beginn der Arbeiten ist die Gesamtfläche bauseits besenrein und freigeräumt zu übergeben. Alle angrenzenden Bauteile müssen für werkgerechten Anschluß geeignet und fest montiert sein. Angrenzende Metallteile müssen allseitig zuverlässig korrosionsgeschützt sein. Jeglicher Kontakt mit Aluminium muß vemieden werden.

Bauseits sind Lkw-Zufahrt und vorhandene Aufzüge für Lasttransport in die Stockwerke bereitzustellen

3. Sämtliche Ausbauarbeiten sollen fertig, Beleuchtung betriebsbereit sein. Nur der letzte Maleranstrich soll wegen möglicher Wandverschmutzung auf ca. 1 m Höhe bis nach Fußbodeneinbau zurückbleiben. Die Klimaverhältnisse müssen eine Austrock-nung des Estrichs gewährleisten. Eine Taupunktunterschreitung darf nicht eintreten.

Gegebenenfalls sind bauseits geeignete Maßnahmen durchzuführen.

4. Die zu belegenden Räume müssen geschlossen, trocken und in Bodennähe auf mind. +5 °C temperiert sein und bleiben, insbesondere in der kalten Jahreszeit.

5. Die Magnesiaestrich-Verlegung erfolgt abschnittsweise Zug um Zug auf ganzteilig gleichartigen Verlegeflächen.

6. Magnesiaestrich benötigt aus Materialverhalten keine Fugen. Deshalb müssen nur Bauwerksfugen übernommen werden, die grundsätzlich mit Schienenzu bewehren sind. Mögliche Rißfugen, die über Scheinfugen des Untergrunds auftreten und/oder aus dem Unterbau herrühren, sind kein Grund zur Beanstandung. Im übrigen sind die BEB-Hinweise "Fugen in Industrieestrichen " zu beachten.
7. Farbschwankungen im Magnesiaestrich können durch Restfeuchte und Verdichtungsunterschiede im Untergrund oder klimatisch bedingt sein und/oder in der Natur des Bindeinittels liegen. Sie sind unvermeidlich, beeinträchtigen die techn. Werte jedoch nicht.

8. Strukturunterschiede in der fertigen Magnesiaestrich-Oberfläche, insbesondere bei Kleinflächen, Rändern, Tagesanschlüssen und Ecken, die nur von Hand geglättet werden können, sind zulässige material- und herstellungsbedingte Toleranzen.

9. Leere Papier- und Kunststoffsäcke werden über Repasacksystem, der übrige Bauschutt über bauseits bereitgestellte Container entsorgt.

10. Die Sperrfristen für neu verlegte Magnesiaestriche in Neubauten betragen bei 15-20 °C und 50-70% relative Luftfeuchte: 3 Tage für Fußgänger - 5 Tage für geringe Flächen- und 10 Tage für Fahrverkehrsbela-stung; bei niedrigeren Temperaturen sind längere Sperrfristen notwendig; für Reparaturen in Altbauten nach Freigabe durch den Hersteller.

11. Betriebseinrichtungen (Maschinen, Regale u.a.) müssen beim Aufbau auf Magnesiaestrich unter den Metallfüßen mittels Trennlage geschützt werden. Großflächige diffusionsdichte Abdeckungen sind zu vermeiden.

12. Die Reinigung neuer Magnesiaestriche darf nur mit Neutralreinigern nach Reinigungs- und Behandlungssempfehlung des Herstellers durchgeführt werden.
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